Pädagogik, Naturkunde für Kinder mit PusteblumeDie Arbeit in der Pädagogik lässt sich so schwer in Erfolgszahlen messen. Die erreichten „Werte“ in der Pädagogik sind nicht mit der Industrie und dem Handel vergleichbar. Genau das ist die Krux, wenn es um die Anerkennung geht. Schließlich werden am Anfang und Ende eines Kindergartenjahrs nicht die Intelligenzquotienten aller Kinder zusammen gezählt und verglichen, ob der Wert gestiegen ist. Allein der Gedanke ist abscheulich.

Auch soziale Intelligenz, Rücksichtnahme, gegenseitiger Respekt, Höflichkeit und vieles mehr lassen sich nicht in einer Tabelle analysieren. Es sind aber alles Werte, die für eine Gesellschaft wichtig sind. Wenn wir eine coole Masse an unemotionalen Roboterkindern großziehen, dann werden wir irgendwann merken, wie sich die Gesellschaft ins Negative ändert. Das wollen wir nicht, und dafür brauchen wir gute Leute in der Pädagogik.

Schon heute sind Leistungsdruck und Erfolgsmessung von Klein auf wichtige Messlatten und Maßstäbe. Wie schön, wenn es noch Menschen gibt, die sich in der Pädagogik darum kümmern, dass ein Kind auch das lernt, was wertvoll im Leben ist und sich nicht messen, zählen oder wiegen lässt.

Feinmotorik, Körperkoordination (Gleichgewicht), Sensitivität (Tastsinn, Geruchssinn, Geschmackssinn) und viele Dinge sind heutzutage in Gefahr zu verkümmern. Kreativität ohne Computer/Mobilgerät – da fällt den Kids von heute meistens nicht mehr viel ein. Statt Murmeln im Sand zu schubsen wird lieber Candy Crush auf dem iPad aufgerufen. Spiele wie „Räuber und Gendarm“ oder „A-Zerlatschen“ gibt es wohl nur noch in historischen Kinderbüchern, oder? Wird eigentlich noch Gummitwist gespielt oder Hinkekasten gehüpft? Wenn eine pädagogische Kraft diese Spiele wieder ins Spiel bringt, dann finde ich das ganz hervorragend. Wenn es die Eltern oder ältere Verwandten nicht beibringen oder weitergeben, dann sind die ganzen schönen Dinge unserer und der Kindheit unserer Eltern bald ausgestorben. Doch da kommt die Pädagogik ins Spiel und verhindert oder vermindert dieses hoffentlich.

Pädagogische Unterstützung zu haben, heißt nicht, dass man als Eltern seine Kinder nicht mehr erziehen muss, sondern ist als eine Ergänzung zur Erziehung zu sehen. Das Vorschulalter ist so wichtig für die Kinder! Darum suchen verantwortungsbewusste Eltern ja auch Institutionen aus, die – wie sagt man so schön – pädagogisch wertvoll sind. Und warum sind diese Einrichtungen so wertvoll? Weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Herzblut reingeben und für die Kinder da sind. Weil sie sich den ganzen Tag den Kopf machen, wie sie den kleinen Menschenkindern gerecht werden können, was sie geben können. Kein Entertainment, sondern sinnvolle Beschäftigung und spielerisches Lernen, das ist das Ziel.

Frische Luft, Bewegung, Balancieren, Laufen, Hüpfen, Herumtollen und viel Lachen. Bei diesem einfachen Dingen lernen Kinder das meiste, was sie brauchen, sehr spielerisch. Umgang mit der Natur ist auch so ein Punkt. Zu lernen, die Natur zu entdecken und sie zu schätzen und zu schützen ist ebenso wichtig. Ein Käfer muss nicht zerquetscht werden, nur weil er in der Wohnung ist. Man kann ihn auch unverletzt wieder nach draußen bringen. Achtung, Höflichkeit und Respekt vor Mensch und Tier. Das ist wichtiger denn je, finde ich.

Vielen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass Sie auf das Wertvollste unserer Welt so gut acht geben: unsere Kinder. Denn die sind die Zukunft. So abgedroschen das klingen mag, aber es ist Fakt. Machen Sie unbedingt weiter, auch wenn Sie immer mal wieder Steine und Steinchen aus dem Weg räumen müssen und alles nicht so einfach ist. Sie haben meine Anerkennung, „Weiter so!“

 

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