Rote Blumen im Hintergrund SteineWenn man viel mit Menschen privat zu tun hat, dann steht irgendwann dieses Wort im Raum. Depression. Erst vielleicht nur als Vermutung. Die noch so aufmerksame Umgebung kann es manchmal nur ahnen, dann bewahrheitet es sich. Plötzlich ist das Wort Realität und gehört zum Alltag. Wie geht man damit um? Erstmal schnell alles möglichst unter den Teppich gekehrt, was die Krankheit Depression und den darunter leidenden Menschen betrifft.

Aber das scheint der falsche Weg zu sein, mit Depressionen umzugehen. Depressive Menschen kann und sollte man ganz normal behandeln. Sie brauchen keine Sonderbehandlung durch Familie und Freunde, sondern einen normalen Umgang und Verständnis. Wer braucht das nicht?

Im Bereich der Pflege und Medizin – sieht das nicht anders aus. Unter all den weißen und farbigen Kitteln und Kasacks sind Menschen. Da ich selber keine Erfahrung aus erster Hand mit der Psychiatrie habe, lese ich viele Artikel darüber. Das Interesse am Thema Gesundheit und Medizin ist rein privat, aber sehr ausgeprägt bei mir.

Im Mai dieses Jahres war es dann auf einmal ganz nah, das Thema Depression. Ein Bekannter und Twitter- sowie Facebook-Freund von mir fing an, darüber zu schreiben. Er machte seine Krankheit öffentlich. Das hilft ihm und es hilft auch mir, ihn besser zu verstehen. Die wenigsten reden in der nahen Umgebung darüber, er schreibt mit vollem Namen und steht zu seiner Krankheit. Er benutzt sogar das Wort „Klappse“, allerdings ganz anders, als man denkt. Ich fragte ihn, was denn in seiner Klinik beim Pflegepersonal so gut war.

Was Uwe für uns geschrieben hat:

Uwe Hauck

Uwe Hauck über seine Erfahrung in der Klinik.

Schau mal: Auch wenn man meint, man hätte seine Depression dank Therapeut im Griff, gibt es doch noch Tiefpunkte. Bei mir war es ein Wochenende, an dem ich, ohne es wirklich aufhalten zu können, komplett abstürzte. Alles war urplötzlich wieder da:

 

Dunkle Gedanken, Sorgen, Ängste, das volle Programm. Dabei war ich doch eigentlich in sehr guten Händen in unserer Schwäbisch Haller Tagesklinik.

 

Ich schleppte mich durch ein Wochenende mit Sorgen und Ängsten. Am Montag darauf kommunizierte ich ganz offen, wie schlimm, wie existenziell bedroht ich mich am Wochenende gefühlt hatte. Ich war nicht der einzige in der Gesprächsrunde.

 

Direkt danach fingen mich meine Pflegerin und meine Therapeutin ab. „Nicht wahr, Herr Hauck, sie wollen doch gleich einen Gesprächstermin“, grinsten mich beide an. Da konnte ich ja nicht Nein sagen. Und natürlich hat das Gespräch geholfen.

 

Das ist es ja, was man in der Depression oft braucht: Nicht gute Ratschläge, sondern offene Ohren und Herzen. Nicht jemanden, der einen belehrt, sondern jemanden, der einfach nur da ist. Und das ist es eben auch, was an Schwäbisch Hall so großartig ist.

 

Man nimmt sich Zeit, ist für uns da. Denn eine Depression ist nichts, was man mit ein paar Tabletten heilt. Das ist ein langwieriger Prozess, in dem man sich von alten, früh erlernten Denkmustern lösen und neue aufbauen muss. Auch dabei helfen die Therapeuten in Hall vorbildlich.

Wer alle emotionalen Blogartikel von Uwe nachlesen möchte, der ruft diesen Link auf: Stichwort Depression. Besonders empfehlen möchte ich den Artikel Depressiv? Hätte ich mir doch nur ein Bein gebrochen. Nach dem Lesen des Artikels habe ich mich direkt an Uwe gewendet. Wie denn das Pflegepersonal so war. Er hat für uns diese Zeilen geschrieben, spontan. Ich war sehr berührt. Nicht etwa wegen der Krankheit und schon gar nicht aus Mitleid, sondern voller Mitgefühl für die Worte. Menschlichkeit in der Pflege und Medizin. Wie schön, wenn das zur Sprache kommt.

Alles Gute, Uwe. Ich begleite dich lesend weiter!

 

Foto: pixabay 205385, CC0 Public Domain