Männer in Pflegeberufen – (fast) allein unter Frauen

Entgegen der Behauptung, Frauen seien von Haus aus mütterlicher und daher prädestiniert für Pflegeberufe, steigt heute glücklicherweise die Zahl der pflegenden Männer. Die große Mehrheit der Pflegekräfte ist aber nach wie vor weiblich: etwas mehr als vier von fünf Erwerbstätigen in der Alten- und Krankenpflege sind Frauen. In der Altenpflege liegt ihr Anteil mit 84 Prozent etwas höher als in der Krankenpflege (80 Prozent). Gleichwohl ist der Frauenanteil in der Krankenpflege, wenn auch nur geringfügig, sinkend, was bedeutet, dass zunehmend Männer diese Berufe ergreifen.

Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass bei konstanter alters- und geschlechtsspezifischer Pflegequote die Zahl der pflegebedürftigen Deutschen bis 2030 um 1,7 auf 4,1 Millionen wachsen wird und bis 2050 sogar 5,3 Millionen überschreiten wird. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln könnten in Deutschland in der stationären Versorgung bis zum Jahr 2035 rund 307.000 Pflegekräfte fehlen. Die Versorgungslücke im Pflegebereich insgesamt könnte sich bis zu diesem Jahr auf insgesamt knapp 500.000 Fachkräfte vergrößern.

Pflegearbeit ist weder weiblich noch männlich

Seit jeher waren es vor allem Frauen, die im pflegerischen Bereich tätig waren. Und auch heute noch wird die Altenpflege als klassischer Frauenberuf betrachtet. Das liegt unter daran, dass sich manche Klischees, in der Gesellschaft beharrlich halten: Frauen seien von Natur aus fürsorglich und mütterlich, quasi biologisch auf Pflege gepolt. Und Männer hielten es unter ihrer Würde, fremde Hintern abzuwischen.

Unsere Welt ist eine Männerwelt. Männer werden als nicht so männlich angesehen, wenn  sie  in  die  Pflege  gehen.  Und Männer sind dazu  erzogen worden, keine  Mädchen zu sein oder irgendetwas zu tun, was mit weiblichen Tätigkeiten zusammenhängt. Wenn Männer heranwachsen, sind sie hauptsächlich von Frauen umgeben. Denn der Beruf der Erzieher ist eine Frauendomäne, ebenso wie die Pflege. Es fehlt an maskulinen Vorbildern, die den Jungen zeigen, dass auch soziale Arbeitsfelder für sie erstrebenswert sein können. Junge  Frauen  entscheiden  sich  vor  allem für  Tätigkeiten  im  Dienstleistungs-­, Sozial-­ oder Gesundheitsbereich. Diese sind leider immer noch häufig niedrig entlohnt, haben ein geringes gesellschaftliches Ansehen und bieten wenige Aufstiegsmöglichkeiten. Ausnahmen sind die Managementebenen, aber dort sind wenige Frauen zu finden. Männliche Jugendliche hingegen zieht es mehrheitlich in die produzierenden, industriellen und technischen Berufe mit höheren Gehältern und besseren Karrierechancen.

Mehr Männer in die Pflege

Bleibt die Pflege ein Frauenberuf, droht der Kollaps des Systems. In Zukunft wird es daher verstärkt darum gehen müssen, Pflegeberufe auch für Männer selbstverständlich und attraktiv zu machen. Denn beispielsweise „alte Männer“ benötigen in manchen Situationen „pflegende Männer“, die sie als Männer wahrnehmen und männlichen Interessen und Ausdrucksformen Raum verschaffen. Einem Wunsch der Pflegebedürftigen nach gleichgeschlechtlicher Pflege ist ohne männliches Personal nicht zu realisieren. Aber auch für die zu pflegenden wie auch die pflegenden Frauen in den Einrichtungen könnten Männer eine Bereicherung darstellen.

Was man(n) tun kann

Pflege braucht Männer, die anpacken können, praktisch denken und sich gut in andere einfühlen. Männer mit Macherqualitäten, die das Leben pflegebedürftiger Menschen mitgestalten möchten. Wenn Sie zudem auch ein Teamplayer sind, können Sie als P_WERK Mitarbeiter Ihre Stärken an den Mann beziehungsweise die Frau bringen!

Für eine bessere Lesbarkeit des Textes haben wir auf die Nennung der weiblichen Form verzichtet. Selbstverständlich sind Frauen gleichermaßen angesprochen. Wir bitten um Verständnis.


Foto: @Kzenon / Fotolia 105199594

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