RettungswagenDen Job eines Rettungssanitäters kennt man oft nur aus dem Fernsehen. Meistens spielen die zwei Rettungssanitäter im Rettungsdienst nur eine Nebenrolle im Film. Man sieht das Unfallopfer, dann kommen die umgangssprachlich genannten „Sanis“ mit einer Trage und schwupps, wird der Patient in den Rettungswagen manövriert. Hecktüren zu und mit Blaulicht geht es ins nächste Krankenhaus. Klischee pur. Wie ist es wirklich?

Was kaum jemand weiß – Rettungssanitäter oder Rettungsassistent / Notfallsanitäter?

Warum die Unterschiede bei den Berufsbezeichnungen so wichtig sind. Hier einmal etwas ausführlicher erklärt.

Die Begrifflichkeiten gehen im normalen Alltag schnell mal durcheinander. Das ist auch nachvollziehbar, denn eigentlich ist es am wichtigsten, dass einem Menschen nach einem Unfall geholfen wird. Wer wie was macht, ist dem Bürger im Alltag nicht unbedingt bekannt. Daher mal für alle, die sich nicht so gut in diesem Bereich auskennen, die Info:

Der Rettungssanitäter übernimmt als qualifizierte Person auf einem Krankentransport die Verantwortung, als Transportführer. Bevor man Rettungssanitäter wird, absolviert man das Grundmodul und ist Rettungshelfer. Manchmal heißt die Qualifikation auch Rettungsdiensthelfer – ganz nach Bundesland.

Der Rettungsassistent ist eine hochqualifizierte nichtärztliche Person. Er oder sie ist verantwortlich im Rettungswagen. Der Rettungssanitäter ist dem Rettungsassistenten in diesem Fall unterstellt. So war es bisher.

Der Rettungsassistent hat also eine umfangreichere Ausbildung (über zwei Jahre) als der Rettungssanitäter genossen. Der Rettungssanitäter hat einem ausführlichen Lehrgang (um die 13 Wochen Vollzeit) absolviert. Dies ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Daher besteht hier auch eine große Chance für Quereinsteiger, die in diesen Beruf wechseln möchten.

Notfallsanitäter ist eine neue Bezeichnung, kein ganz neuer Beruf

Um die Verwirrung komplett zu machen, ist die Begrifflichkeit für den Rettungsassistenten seit dem 1.1.2014 geändert worden. Man findet stattdessen die Berufsbezeichnung Notfallsanitäter. HIer hat man das erste Mal einen dreijährigen Ausbildungsberuf vor sich. Es gibt ein Ausbildungsgehalt (Kostenträger) und Kompetenzkatalog für das nichtärztliche Fachpersonal.

Alle Rettungsassistenten haben die Möglichkeit in das neue Berufsbild übergeleitet zu werden. Hierzu gibt es genaue Regularien, abhängig von der Berufserfahrung.

Bei den Sanitätern oder Sanitätshelfern – ohne die Spezifikation davor wie Notfallsanitäter oder Rettungssanitäter – ist es wieder anders. Sie sind – meistens auf Veranstaltungen – im Sanitätsdienst eine erste Anlaufstelle für kleinere Verletzungen. Auch bis der Rettungsdienst eintreffen kann, wenn es etwas Schlimmeres ist. Das ist dann kein Krankenwagen! Es ist ein Rettungswagen.

Krankenwagen werden in der Regel nur für geplante Fahrten eingesetzt. Rettungswagen sind bei unvorhergesehenen Notfallereignissen im Einsatz.

Rettungssanitäter / NotfallsanitäterWas alle machen – vom Notfallsanitäter über den Rettungssanitäter bis zum Sanitätshelfer

Alle gehören zum nichtärztlichen Rettungsfachpersonal. Die für den Rettungsdienst ausgebildeten Personen sind wertvolle Arbeitskräfte und wichtig für uns alle. Die Grundlagen der Notfallmedizin und Erstversorgung sind allen bekannt.

Welche Eigenschaften sind im Rettungsdienst wichtig?

  • Einfühlungsvermögen gegenüber den Patienten. Im Rettungsdienst erleben Sie die Patienten, in einer für Sie meist völlig unbekannten Situation, in die Sie von jetzt auf gleich hinein schlittern. Sie dringen in die intimsten Bereiche der Patienten ein und das als Fremder. Sie erleben die Patienten mit Angst um ihr Leben. Dies alles aufzufangen, und nun professionell und menschlich abzuarbeiten, zeichnet einen guten Rettungsdienstler aus.
  • Die Mitarbeiter im Rettungsdienst wissen zu Einsatzbeginn nicht, was genau auf Sie zukommt. Sie werden jeden Tag mit neuen Situationen konfrontiert: Unfälle, Kindernotfälle, Schlaganfallleiden, und vieles mehr, alles kann jederzeit passieren. Dies erfordert ein hohes Maß an Empathie für die Patienten, aber auch ein sehr hohes Maß an eigenem Schutzreflex. Die Trennung von Arbeit und Privat ist hier nicht immer ganz einfach.
  • Keine Scheu vor engem Kontakt mit Menschen. Haben Sie Berührungängste, dann ist dieser Beruf nicht das richtige für Sie. Im Krankentransport und im Rettungsdienst hat der Patient nicht immer Zeit sich noch zu stylen. Unfall im Kuhstall, Verkehrsunfall, Sportunfall und vieles mehr.
  • Schnelle, aber mit Bedacht gewählte, Entscheidungen treffen zu können. Im Notfall kann man nicht lange abwägen. Situationsgerechte Reaktionen kommen sicherlich mit der Zeit, aber die Gabe zu schnellem Handeln sollte auf jeden Fall da sein.
  • Veranwortungsbewusstsein für die Aufgabe. Sorgfalt ist hier oberstes Gebot. Vorschriften einzuhalten und durchzuführen, was die Funktionstüchtigkeit von technischen Gerät, die Sauberkeit und das Umsetzen von gelernten Algorithmen  angeht.
  • Kenntnisse in Anatomie, Physiologe, Pathophysiologie, sowie in Pharmazie und in Randgebieten der Psychologie sind für jeden Mitarbeiter ein Muss. Natürlich sind Sie keine Ärzte.

Lesetipp für Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten

Einige der Informationen habe ich auf dem Rettungsdienst-Blog erfahren. Dort schreibt ein Team von Leuten, die sich in dem Bereich „Rettung“ auskennen. Besonders empfehlenswert finde ich den Artikel Einstieg in den Rettungsdienst von Fabian Lindinger.

Suchen Sie einen Job im Rettungsdienst?

Als ehemaliger Rettungsassistent ist Thomas Giese (lesen Sie unbedingt auch den Artikel!) ein kompetenter Ansprechpartner. Heute ist er Geschäftstellenleiter vom Pflegewerk Ansbach und ehrenamtlich immer noch dem Rettungsdienst verbunden. Wenn Sie also besonders knifflige Fragen haben, er kann sie beantworten. Aber auch die gesamten Teammitglieder vom Pflegewerk Ansbach und Pflegewerk Esslingen stehen jederzeit kompetent zur Verfügung, wenn es um einen neuen Job im Bereich der Rettung geht.

 

Fotos: Titelbild pixabay 1030700 und 780313, CC0 Public Domain