Kaum etwas wirkt auf Kinder so faszinierend wie Tiere. Dabei spielen Größe, Art oder „Ekelfaktor“ meist nur eine untergeordnete Rolle. Ob Regenwurm, Maus, Hund oder Elefant – interessant ist grundsätzlich alles, was sich bewegt.

Sehr aktive Kinder kommen in der Gegenwart von Tieren oft leichter zur Ruhe und schüchternen Kindern hilft der Umgang mit Tieren um aus sich herauszukommen. Außerdem lassen sich soziale Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme mit einem Haustier hervorragend stärken. Der Umgang mit Tieren kann für Kinder eine große Bereicherung sein. Ob jedoch die Tierhaltung in der Kita eine sinnvolle Entscheidung ist, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Gehen Sie daher das Für und Wider einer Anschaffung im Detail durch.

Folgende Punkte können Ihnen dabei helfen:

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Gibt es Tierhaarallergien in der Kita?

Tierhaarallergien grenzen die Auswahl an putzigen Mitbewohnern stark ein. Hier gilt auch zu bedenken, dass das Tier unter Umständen mehrere Generationen von Kita-Kindern erlebt. Die Gefahr einer aufkommenden Tierhaarallergie ist somit immer wieder aufs Neue gegeben. Die Wahl des passenden Tieres sollte daher gut überlegt sein. Haarlose Tiere sind nicht automatisch weniger spannend.

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Welcher zeitlicher und organisatorischer Aufwand steckt dahinter?

Die Pflege – ganz egal welchen Tieres – erfordert eine permanente Betreuung, auch am Wochenende und in den Ferien. Wie lässt sich dies umsetzen? Letzten Endes muss das Wohl des Tieres an erster Stelle stehen und mitunter der eigene Urlaub für die Betreuung in den Ferien geopfert werden. Sind Sie und Ihre Kollegen dafür bereit? Die Abgabe an Kita-Kinder bzw. deren Familien bedeutet leider nicht immer, dass das Tier dort gut betreut wird. Und die Verantwortung liegt letztlich bei den Kita-Mitarbeitern.

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Hat bereits jemand Erfahrung mit dem Tier?

Insbesondere im Bereich der Aquaristik oder bei Reptilien ist es von Vorteil, wenn bereits Kenntnisse vorhanden sind. Terrarien und Aquarien sind sehr pflegeintensiv. So bleiben Fische beispielsweise nur bei entsprechender Wasserqualität gesund. Um dies zu gewährleisten, muss das Aquarium regelmäßig gesäubert werden. Das nimmt einige Zeit in Anspruch – Kinder können da unter Umständen sogar stören.

Hat das Tier Rückzugsmöglichkeiten und ist es ausreichend beaufsichtigt?

Unerfahrene Kinderhände können ganz schön grob sein und sollten daher nur unter Aufsicht Zugang zum Tier haben. So wird gleichzeitig auch das Verletzungsrisiko für beide Seiten gemindert und dem Tier unnötiger Stress erspart. Grundsätzlich muss für jedes Tier ein ruhiger Rückzugsort vorhanden sein.

Wer trägt die Kosten?

Nicht zuletzt sollten Sie sich unbedingt auch Gedanken zu den Kosten machen. Die Verantwortung für ein Lebewesen – und sei es noch so klein – kann sehr teuer werden. Ob Tierarztkosten, Gehege oder Futter: Prüfen Sie genau, ob das entsprechende Budget dafür vorhanden ist.

Wenn nicht für alle der oben genannten Punkte eine Lösung zum Wohle des Tieres gefunden werden kann, sollten Sie keine Tiere in der Kita halten.

Eine Kompromisslösung könnten dann beispielsweise „Haustiertage“ in der Kita sein. Falls Betreuer oder Eltern ein geeignetes Tier besitzen, bringen diese es für einen Tag mit in die Kita. So bietet sich eine tolle Gelegenheit, die verschiedenen Tiere und deren Gewohnheiten kennenzulernen, ohne die Verantwortung dafür zu tragen.

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