6. Fantasievoll sein wie Alice im Wunderland

Lewis Carroll – Alice im Wunderland

Die 10-Jährige Alice folgt einem sprechenden Kaninchen und gelangt so in einen Saal mit verschlossenen Türen. Sie trinkt eine Flüssigkeit, die sie verkleinert und isst einen Kuchen, der sie vergrößert. So erreicht sie schließlich die passende Größe um die einzige verbleibende Türe des Saales zu öffnen. Dort macht Alice Bekanntschaft mit allerlei außergewöhnlichen Gestalten, sprechenden Tieren und einer ungerechten Herzkönigin, die ihre Untertanen gerne kurzerhand köpfen lässt. Es dauert nicht lange, da befindet sich auch Alice auf der Anklagebank.

Lieblingszitat:

„Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur wenn man es für möglich befindet“

7. Auch mal an sich selbst denken wie das Sams

Paul Maar – Eine Woche voller Samstage

Furchtlos, rotzfrech und mit blauen Wunschpunkten im Gesicht taucht das Sams eines Tages bei dem ängstlichen Herrn Taschenbier auf. Dieser schämt sich anfangs sehr für sein vorlautes Anhängsel, denn anstatt sich möglichst unauffällig zu verhalten, nimmt das Sams kein Blatt vor den Mund. Durch das Sams angesteckt, wird Herr Taschenbier allmählich mutiger und entdeckt, dass es manchmal wichtiger ist, an sich selbst zu denken als es anderen recht machen zu wollen.

Lieblingszitat:

„Warum muss ich eigentlich jeden Monat Geld für das Zimmer bezahlen, Rotköhlchen?“, flötete das Sams.

„Das ist die Miete. Außerdem verbitte ich mir Ihre Bezeichnungen. Ich heiße Rotkohl, verstanden?“

„Wenn ich Miete bezahle, habe ich das Zimmer gemietet, und wenn ich ein Zimmer gemietet habe, darf ich es auch abschließen“, erklärte das Sams durch die verschlossene Tür.

8. Mit dem Herzen sehen wie der kleine Prinz

Antoine de Saint-Exupéry – Der kleine Prinz

Eines Tages beschließt der kleine Prinz seinen Planeten zu verlassen. Als Weltenreisender reist er von Planet zu Planet, von Mensch zu Mensch und von Charakter zu Charakter. So besucht er sechs verschiedene Asteroiden, auf denen er jeweils einen Menschen trifft. Schließlich gelangt er auf die Erde. Hier trifft er auf einen Fuchs, der eine wichtige Botschaft mit ihm teilt. „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Weil der Prinz plötzlich Heimweh verspürt und auf seinen Asteroiden zurückmöchte, lässt er sich von einer giftigen Schlange beißen. Er fällt um und ist am nächsten Tag verschwunden.

Lieblingszitat:

„Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche. Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge? Sie fragen euch: Wie alt ist er? Wie viele Brüder hat er? Wie viel wiegt er? Wie viel verdient sein Vater? Und dann glauben sie, ihn zu kennen.“

9. Soziale Verantwortung übernehmen wie Pünktchen

Erich Kästner – Pünktchen und Anton

Pünktchen (eigentlich Luise) ist die Tochter der reichen Eheleute Pogge. Mit Eltern, Kinderfräulein und Köchin wohnt Pünktchen in einem großen Haus. Eines Tages lernt Pünktchen Anton Gast kennen und die beiden werden beste Freunde. Anton muss neben der Schule Geld verdienen, denn seine Mutter ist krank und die Familie Gast bettelarm. Als Anton in der Schule einschläft und ein Beschwerdebrief des Lehrers droht, greift Pünktchen ein.

Auch Pünktchens Vater wird sich nach und nach seiner sozialen Verantwortung bewusst. Er übernimmt die Kosten für die dringend benötigte Kur von Frau Gast.

Lieblingszitat:

Was man sich über diese Kerle ärgern muss, nicht wahr, gnädige Frau?“

„Ich bin keine gnädige Frau“, erklärte Antons Mutter lächelnd, „ich bin Frau Gast.“

„Gast“, wiederholte Pünktchen. „Richtig, es steht ja auch draußen an der Tür. Ein hübscher Name übrigens.“ Sie hatte sich vorgenommen, alles, was sie hier sah, schön zu finden, um Anton und seine Mutter nicht zu kränken.

10. Clever mit den eigenen Schwächen umgehen wie der Igel

Gebrüder Grimm – Der Hase und der Igel

Das Märchen der Gebrüder Grimm lehrt uns in Sachen Cleverness so einiges. Bei einer zufälligen Begegnung äußert sich der Hase abwertend über die Beine des Igels. Dieser fordert ihn daraufhin zu einem Wettrennen heraus. Bei der Durchführung des Rennens auf einem Acker läuft der Igel jedoch nur die ersten paar Schritte. Am Ende des Ackers hat er seine ihm zum Verwechseln ähnlich sehende Frau platziert. Als der Hase auf die Ziellinie zustürmt, erhebt sich die Igelfrau und ruft laut: „Ich bin schon da!“. Der Hase kann seine Niederlage nicht verstehen und fordert Revanche. Der Ablauf wiederholt sich 73 Läufe Mal stets demselben Ergebnis. Schließlich bricht der Hase erschöpft zusammen.

Lieblingszitat:

„Als der Hase wieder oben ankam, rief ihm der Igel entgegen: „Ich bin schon da!“ Der Hase aber, ganz außer sich vor Eifer, schrie: „Es wird noch mal gelaufen!“ „Mir recht, meinetwegen so oft, wie du Lust hast“, antwortete der Igel. So lief der Hase dreiundsiebzigmal und der Igel hielt es immer wieder mit ihm aus.“

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