Magdalena Rogl

Ein offener Brief von Magdalena Rogl – Danke für die passenden Worte!

Liebe Ersatzmamas (und ja, das seid ihr für mich. Auch wenn es eigentlich keinen Begriff gibt, der eurer Arbeit gerecht wird)!

Letzte Woche hatte mein jüngster Sohn seinen letzten Tag im Kindergarten. Und ja, bei mir sind dabei Tränen gerollt. Weil ich so unendlich dankbar dafür bin, was ihr für mich und meine Kinder getan habt. Und das, was ihr so unermüdlich jeden Tag tut.

Was ihr für unsere Gesellschaft leistet, ist extrem …

Ich weiß, wie extrem euer Job sein kann. Ich weiß das, weil ich früher selbst als Kinderpflegerin gearbeitet hab‘. Wenn einen die Kinder anlächeln und um den Hals fallen, dann ist dieser Job extrem schön!

Aber wenn man sich zu zweit um 20 Kinder kümmert, von denen sich gerade fünf um ein Auto streiten, von denen eins weint, weil es sich gestoßen hat, von denen drei vor Freude kreischen, von denen zwei auf den Arm wollen, weil sie traurig oder müde sind, von denen ein anderes vor lauter Spielen verpasst hat auf die Toilette zu gehen, von denen man über drei eigentlich gerade einen Beobachtungsbogen ausfüllen müsste, von denen man für ein weiteres ein Elterngespräch vorbereiten sollte usw. usf. … dann ist dieser Job extrem anstrengend.

Und wenn man sich für das Gehalt in den meisten Städten dann kaum eine eigene Wohnung, geschweige denn Urlaube zur Erholung leisten kann – dann ist dieser Job extrem belastend. Und trotzdem macht ihr ihn. Und ihr macht ihn großartig!

Schwierige Tage

Auch wenn die sieben Jahre in denen meine Kids in Krippe oder Kindergarten waren, hauptsächlich fröhlich waren, gab es bei uns auch mal schwierige Tage. Tage, an denen sie einfach schlechte Laune hatten, Tage an denen ich schlechte Laune hatte, Tage an denen sie Wutanfälle hatten, Tage an denen keiner richtig wusste, was eigentlich los ist. Und dann gab es auch richtig schlimme Tage. Grausame Tage. Wie der Tag, an dem ich plötzlich alleinerziehend war. Und genau diese Tage haben mir nochmal mehr bewusst gemacht, was für großartige Menschen in diesem Beruf arbeiten! Ihr hab nicht nur meinen Sohn aufgefangen, ihn in den Arm genommen, weil er selbst nicht verstanden hat, was los war – ihr habt vor allem auch mich als Mama gestärkt und unterstützt. Nicht nur mit eurer Arbeit, sondern mit vielem, was darüber hinausgeht.

Fit fürs Leben

Jetzt kommt als Letzter mein kleinster Sohn in die Schule. Und ich bin euch so dankbar, dass ihr ihn so großartig aufs Leben vorbereitet habt! Ihr habt aus ihm einen fröhlichen Jungen gemacht, der mit seinem Schalk alle zum Lachen bringen kann. Ihr habt aus ihm einen fürsorglichen Jungen gemacht, der sich um andere Kinder kümmert, die Hilfe brauchen. Ihr habt aus ihm einen neugierigen Jungen gemacht, der die Welt mit offenen Augen sieht. Und vor allem habt ihr aus ihm einen selbstbewussten und selbstständigen Jungen gemacht, der mit sicherem Schritt durchs Leben geht.

Und dafür, bin ich euch unendlich dankbar.

Magdalena Rogl