Der Personalnotstand in Krankenhäusern und Altenheimen soll mit einem neuen Ausbildungsweg, der pflegerische Berufe für Nachwuchskräfte attraktiver macht, verhindert werden: Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger – diese drei Ausbildungsberufe haben bald ausgedient. Sie gehen künftig in einem neuen, universellen Pflegeberuf mit der Bezeichnung „Pflegefachmann“ bzw. „Pflegefachfrau“ auf. Läuft alles wie geplant, wird ab 2018 der erste Jahrgang in die Ausbildung zum Pflegefachmann (m/w) starten.

Eine Pflegefachkraft für alle Bereiche

Pflegekräfte werden dringend gebraucht und händeringend gesucht. Die Bevölkerung wird immer älter, die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Darüber hinaus verschwimmen die Grenzen zwischen den pflegerischen Arbeitsbereichen. So leisten Altenpfleger zunehmend auch medizinische Pflege, während sich Gesundheits- und Krankenpfleger vermehrt um ältere Menschen kümmern.

Durch die einheitliche Ausbildung lernen Pflegefachkräfte nicht mehr Alten- oder Kranken- oder Kinderkrankenpfleger – gelernt wird alles und gleichzeitig spezialisiert man sich ein wenig. Der Vorteil ist, dass Pfleger später leichter zwischen den Berufsfeldern wechseln können.

Mehr Nachwuchs durch attraktivere Ausbildung

Auszubildende in Pflegeberufen werden sich künftig zu Beginn ihrer Ausbildung nicht mehr entscheiden müssen, ob sie in die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege gehen. Künftig soll eine einheitliche Ausbildung zur „Pflegefachfrau“ oder zum „Pflegefachmann“ übergreifende Qualifikationen vermitteln.  Die Ausbildung wird drei Jahre dauern und einen mittleren Bildungsabschluss voraussetzen. Aber auch Hauptschulabsolventen können die Ausbildung beginnen. Sie müssen allerdings zusätzliche Qualifikationen vorweisen, beispielsweise eine vorherige Ausbildung in der Pflegeassistenz.

Ein Pluspunkt: Die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann wird kostenfrei sein. Das ist ein großer Fortschritt, denn derzeit zahlen Auszubildende an vielen Schulen Gebühren. Außerdem erhalten alle Auszubildenden künftig eine Ausbildungsvergütung, wie es in vielen anderen Ausbildungsberufen üblich ist.

Nach dreijähriger Vollzeitausbildung verfügen die Absolventen über theoretische- und praktische Kenntnisse, die an Pflegeschulen vermittelt werden. Die praktische Ausbildung erfolgt in den Ausbildungsbetrieben, das sind in den meisten Fällen Krankenhäuser, Arztpraxen oder Altenheime. Berufsbezogene Erfahrungen sammeln sie in den Einsatzbereichen der allgemeinen Akut- und Langzeitpflege (ambulant und stationär) sowie in der pädiatrischen und psychiatrischen Versorgung. Pflegende sollen sich künftig noch besser als bisher auf komplexe Pflegesituationen und sich verändernde Versorgungsstrukturen einstellen können.

Weitere Infos:
Fragen zur neuen Pflegeausbildung beantwortet das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Homepage.

 

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