Der Personalnotstand in Krankenhäusern und Altenheimen soll mit einem neuen Ausbildungsweg, der pflegerische Berufe für Nachwuchskräfte attraktiver macht, verhindert werden: Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger – diese drei Ausbildungsberufe haben bald ausgedient. Sie gehen künftig in einem neuen, universellen Pflegeberuf mit der Bezeichnung „Pflegefachmann“ bzw. „Pflegefachfrau“ auf.

Eine Pflegefachkraft für alle Bereiche

Pflegekräfte werden dringend gebraucht und händeringend gesucht. Die Bevölkerung wird immer älter, die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Darüber hinaus verschwimmen die Grenzen zwischen den pflegerischen Arbeitsbereichen. So leisten Altenpfleger zunehmend auch medizinische Pflege, während sich Gesundheits- und Krankenpfleger vermehrt um ältere Menschen kümmern.

Durch die einheitliche Ausbildung lernen Pflegefachkräfte nicht mehr Alten- oder Kranken- oder Kinderkrankenpfleger – gelernt wird alles und gleichzeitig spezialisiert man sich ein wenig. Der Vorteil ist, dass Pfleger später leichter zwischen den Berufsfeldern wechseln können.

Mehr Nachwuchs durch attraktivere Ausbildung

Auszubildende in Pflegeberufen müssen sich zu Beginn ihrer Ausbildung nicht mehr entscheiden, ob sie in die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege gehen. Eine einheitliche Ausbildung zur „Pflegefachfrau“ oder zum „Pflegefachmann“ vermittelt übergreifende Qualifikationen.  Die Ausbildung dauert drei Jahre und setzt einen mittleren Bildungsabschluss voraus. Aber auch Hauptschulabsolventen können die Ausbildung beginnen. Sie müssen allerdings zusätzliche Qualifikationen vorweisen, beispielsweise eine vorherige Ausbildung in der Pflegeassistenz.

Ein Pluspunkt: Die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ist kostenfrei sein. Das ist ein großer Fortschritt, denn derzeit zahlen Auszubildende an vielen Schulen Gebühren. Außerdem erhalten alle Auszubildenden eine Ausbildungsvergütung, wie es in vielen anderen Ausbildungsberufen üblich ist.

Nach dreijähriger Vollzeitausbildung verfügen die Absolventen über theoretische- und praktische Kenntnisse, die an Pflegeschulen vermittelt werden. Die praktische Ausbildung erfolgt in den Ausbildungsbetrieben, das sind in den meisten Fällen Krankenhäuser, Arztpraxen oder Altenheime. Berufsbezogene Erfahrungen sammeln sie in den Einsatzbereichen der allgemeinen Akut- und Langzeitpflege (ambulant und stationär) sowie in der pädiatrischen und psychiatrischen Versorgung. Pflegende sollen sich künftig noch besser als bisher auf komplexe Pflegesituationen und sich verändernde Versorgungsstrukturen einstellen können.

Für eine bessere Lesbarkeit des Textes haben wir auf die Nennung der drei Formen m / w / d verzichtet. Selbstverständlich sind alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen. Wir bitten um Verständnis.

Foto: © Karin & Uwe Annas / Fotolia 196628289